Zum Inhalt springen

„Dolmetscher der Seele“ - LVR-Flüchtlings-Projekt in NRW-Landesinitiative aufgenommen

Erfolg für Projekt zur bedarfsgerechten psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung von Menschen mit Fluchthintergrund/ Aufnahme in Landesliste „Gesundes Land“

Zwei Männer im Gespräch
Bild-Großansicht
Sprach- und Integrationsmittler sind für Geflüchtete die „Dolmetscher der Seele“. Foto: Matthias Jung, LVR-Klinikverbund

Köln/Rheinland, 21.. November 2017

Die Sprache und die Kultur des Herkunftslandes spielen bei der Behandlung von Migrantinnen und Migranten mit psychischen Problemen eine entscheidende Rolle. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) fördert und finanziert deshalb seit 2013 den Einsatz von qualifizierten Sprach- und Integrationsmittlern (SIM) in seinen neun psychiatrischen Fachkliniken im Rheinland. Sie helfen dabei, sprachliche und soziokulturelle Barrieren zu überwinden. Dieses Erfolgsmodell wurde 2017 auf den Bereich der ambulanten psychiatrischen Versorgung in der Fläche ausgeweitet. Nun wurde dieses LVR-Projekt in die Landesinitiative „Gesundes Land“ aufgenommen. Als beispielgebendes Projekt wurde es zudem in das „Infoportal Gesundes Land des Landes Nordrhein-Westfalen“ auf www.infoportal-gesundesland.nrw.de eingestellt.

Der LVR-Klinikverbund fördert mit insgesamt 440.000 Euro für 2017 und 2018 den Einsatz von Sprach- und Integrationsmittlern in den Sozialpsychiatrischen Zentren (SPZ) im Rheinland. Parallel hat der LVR begonnen, die SPZ-Mitarbeitenden für die interkulturelle Arbeit in der Praxis und die Zusammenarbeit mit Sprach- und Integrationsmittlern zu schulen. Diese Aufgabe übernehmen die sieben Sozialpsychiatrischen Kompetenzzentren (SPKoM) im Rheinland. Dafür stellt der LVR zusätzlich 10.000 Euro für die Jahre 2017 und 2018 bereit.

Ein wichtiger Schritt ist damit getan, meint Martina Wenzel-Jankowski, LVR-Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen: „Nach vier Jahren haben wir das Angebot der Sprach- und Integrationsmittler in unseren Kliniken als Behandlungsroutine etabliert. Zielgruppe unseres aktuellen Projektes sind Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte, vor allem besonders schutzbedürftige Flüchtlinge* die unter einer psychischen Störung leiden und begleitende psychosozialer Hilfen während oder nach einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung brauchen. Auch niedrigschwellige Hilfestellungen in Bezug auf Informationen zu Behandlungsangeboten im Gesundheitssystem bzw. erste Einschätzungen psychischer Belastungen sollen in den Sozialpsychiatrischen Zentren erfolgen“, erklärt Martina Wenzel-Jankowski, die sich besonders über die Aufnahme in die NRW-Landesliste „Gesundes Land“ freut.

Die Anzahl der SIM-Einsätze über alle Klinken ist kontinuierlich gestiegen: im Jahr 2013 waren es ca. 570, in 2014 etwa 1.100. In 2015 und 2016 wurden für SIM-Einsätze für die Behandlung von Flüchtlingen zusätzlich zu den 60.000 Euro aus dem Förderprogramm jeweils 86.520 Euro an Haushaltsmitteln aus den LVR-Flüchtlingshilfen bereitgestellt. In 2015 fanden ca. 1.920 SIM-Einsätze, in 2016 ca. 3.415 SIM-Einsätze statt, davon etwa 3.065 Einsätze bei Menschen mit Fluchthintergrund.

Die Landesinitiative „Gesundes Land Nordrhein-Westfalen – Innovative Projekte im Gesundheitswesen“ wurde auf Beschluss der Landesgesundheitskonferenz eingerichtet. Sie gehört seitdem zum festen Bestandteil der nordrhein-westfälischen Gesundheitspolitik und fördert durch innovative Projekte die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in Nordrhein-Westfalen sowie die Umsetzung der Gesundheitsziele.

*(i. S. der EU-Aufnahmerichtlinie-2003/9/EG, akt. 2013-,)

Ihre Ansprechpartnerin für redaktionelle Anfragen:

Katharina Landorff
LVR-Fachbereich Kommunikation
Telefon: 0221 809-2527
E-Mail: katharina.landorff@lvr.de

Nach oben