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Bedarfsgerechte Versorgung von Brustkrebspatientinnen mit einer Behinderung

CAre appropriate to the Needs of breast cancer patients with DisabilitY - CANDY

Logo des Projekts Candy

Ansprechpersonen

Dr. Sophie E. Groß

Projektmitarbeiterinnen

Hannah Gröber
Studentische Hilfskraft: Inna Klee

Kooperationspartner

Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln
Lehrstuhl Pädagogik und Didaktik bei Menschen mit geistiger Behinderung der Universität zu Köln

Träger/Förderer

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektlaufzeit

4/2019 bis 6/2020

Projektbeschreibung

In einer im Rahmen der DFG Nachwuchsakademie Versorgungsforschung geförderten qualitativen Studie (GR 5307/1-1) mit dem Titel „Care Appropriate to the Needs of breast cancer patients with DisabilitY (CANDY)“ wurden Brustkrebspatient*innen mit unterschiedlichen Behinderungen zu behinderungsspezifischen Barrieren, kommunikativen Schwierigkeiten und Informationsbedarfen befragt.

Mittels 23 qualitativen Einzelinterviews mit Brustkrebspatient*innen mit verschiedenen vorbestehenden Behinderungen konnte aufgezeigt werden, dass sie mit der medizinischen Versorgung ihrer Krebserkrankung größtenteils zufrieden waren. Als Ergebnis der CANDY-Studie zeigte sich jedoch auch, dass Patient*innen mit einer körperlichen Behinderung, chronischen, körperlichen Erkrankungen oder Sinnesbeeinträchtigung auf bauliche Barrieren treffen oder die Krebstherapie aufgrund der vorbestehenden Behinderung angepasst werden musste. Patient*innen mit einer körperlichen Behinderung, chronischen, körperlichen Erkrankungen oder Sinnesbeeinträchtigung konnten sich jedoch eigenständig und selbstbestimmt im Gesundheitswesen zurechtfinden und waren am Behandlungsprozess involviert.

Im Gegensatz dazu ließ sich feststellen, dass insbesondere die Brustkrebspatient*innen mit schweren psychischen Erkrankungen und/oder einer geistigen Behinderung vermehrt auf die Unterstützung durch Betreuungspersonen angewiesen waren um sich im Gesundheitswesen zurecht zu finden. Dies trifft besonders auf die Therapieentscheidung und Arzt/Ärztin-Patient*in-Kommunikation im Rahmen der Erkrankung zu. Zudem wurden in den Interviews mit Brustkrebspatient*innen mit schweren psychischen Erkrankungen und/oder einer geistigen Behinderung eher Schnittstellenprobleme, Kommunikationsschwierigkeiten, eine erhöhte emotionale Belastung sowie eine geringe Gesundheitskompetenz benannt.

In einer Fortsetzungsstudie ist geplant die individuellen Behandlungsbedarfe und -bedürfnisse von Brustkrebspatient*innen mit schweren psychischen Erkrankungen und/oder einer geistigen Behinderung zu erfassen, und zwar aus drei zentralen Perspektiven: der Betroffenenperspektive, der Behandlerperspektive und der Betreuungsperspektive.