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Zum Welt-Suizid-Präventionstag am 10.09.2021: Aktiv werden und Hoffnung schaffen! Suizidalität darf kein Tabu-Thema sein.

Knapp 10.000 Menschen nehmen sich jährlich in Deutschland das Leben // Das sind rund drei Mal so viele wie Verkehrstote // Die LVR-Klinik Köln legt besonderes Augenmerk auf das Thema Suizidalität und bietet Hilfe für Betroffene // Motto des diesjährigen Welt-Suizid-Präventionstages: Aktiv werden und Hoffnung schaffen

Prof. Dr. Barbara Schneider
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Prof. Dr. Barbara Schneider, Chefärztin der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen, Psychiatrie und Psychotherapie der LVR-Klinik Köln und Leiterin des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland (NaSPro) I Foto: Alexandra Kaschirina/LVR

Köln, 03. September 2021

Suizidalität gilt in unserer Gesellschaft weiterhin als Tabu-Thema. Und das obwohl in Deutschland jährlich drei Mal mehr Menschen durch Suizid sterben als durch Verkehrsunfälle. Suizidprävention ist möglich. Betroffenen kann geholfen werden. Die Hürde, von sich aus über Suizidgedanken zu sprechen, ist aber noch immer sehr hoch.

„Wenn man die Befürchtung hat, jemand könnte suizidgefährdet sein, dann sollte man denjenigen direkt darauf ansprechen. Das Wichtigste ist ein offenes, vorurteilsfreies und nicht-wertendes Gespräch“, so Prof. Dr. Barbara Schneider, Chefärztin der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen, Psychiatrie und Psychotherapie der LVR-Klinik Köln und Leiterin des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland (NaSPro).

Was einfach klingt, bringt in der Realität jedoch eine hohe Hemmschwelle mit sich. „Viele Menschen haben Angst und die Befürchtung, ihr Gegenüber erst durch die Nachfrage auf Suizidgedanken zu bringen. Das ist jedoch ein Mythos! Gespräche entlasten die Betroffenen meist sehr.“

Jede Änderung des Verhaltens sollte Angehörige und Freunde stutzig machen. Wenn sich beispielsweise eine Person komplett zurückzieht, Sachen verschenkt, sich verabschiedet oder aber, wenn das Gegenteil der Fall ist und die Person plötzlich ruhig, entspannt und gelöst wirkt, kann das ein Anzeichen für den Entschluss zum Suizid sein.

Häufig entstehen Suizidgedanken bei schwersten seelischen Krisen und psychischen Erkrankungen. Betroffene im Rheinland können sich rund um die Uhr an die LVR-Kliniken wenden. Die LVR-Klinik Köln setzt ein besonderes Augenmerk auf das Thema Suizidalität. Mehrmals im Jahr werden allen Mitarbeitenden der Klinik, unabhängig von der Berufsgruppe, Fort- und Weiterbildungen angeboten, so dass alle eine entsprechende Sensibilität für die Thematik mitbringen.

„Zu den jährlich knapp 10.000 Suiziden in Deutschland kommen noch zehn bis dreißig Mal so viele Suizidversuche dazu. Durch jeden Suizid sind mittelbar mehr als 100.000 weitere Menschen betroffen. Es wird also Zeit, dass wir in unserer Gesellschaft offen darüber sprechen und Suizidalität kein Tabu-Thema mehr ist“, so der Appell von Prof. Dr. Barbara Schneider.

Der Welt-Suizid-Präventionstag findet seit 2003 jedes Jahr am 10. September statt. Das Motto ist in diesem Jahr: „Aktiv werden und Hoffnung schaffen“. Weltweit finden Veranstaltungen, Aktionen und Diskussionen rund um das Thema Suizidprävention statt. Dazu gehört auch die Aufforderung, am Abend eine Kerze ins Fenster zu stellen, um an die durch Suizid verstorbenen Menschen zu erinnern. Auch in Köln werden viele Menschen aktiv. Das Netzwerk „Überlebenswert“ veranstaltet eine Lesung mit anschließender Diskussion.

Gerne vermitteln wir Ihnen auch ein Interview mit Prof. Dr. Barbara Schneider als Expertin.

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Pressekontakt:

Natalie Bußenius
Landschaftsverband Rheinland
Fachbereich Kommunikation
Telefon: 0221 809-3563
E-Mail: natalie.bussenius@lvr.de

Ansprechpartnerin vor Ort:

Dagmar Schmidt
LVR-Klinik Köln
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0221 8993-619
E-Mail: dagmar.schmidt@lvr.de

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